Da eine SD-Karte nur eine begrenzte Lebensdauer (ca. 100.000 Schreibzyklen) hat, kann es sinnvoll sein anstelle der SD-Karte eine externe USB-Festplatte einzusetzen. Damit beugen wir dem Ausfall des Systems durch versagen der Speicherkarte vor.

Auf die SD-Karte können wir dennoch nicht vollständig verzichten, da diese beim Booten benötigt wird. Nach dem Bootvorgang läuft das gesamte System dann aber auf der Festplatte.

 

Vorbereitungen

Wir benötigen eine USB-Festplatte mit einer externen Stromversorgung oder einen zusätzlichen aktiven USB-Hub. Dies ist notwendig, da der Strom, den der Pi über die USB-Ports liefert, meist nicht für eine Festplatte ausreicht.

Auf der Festplatte sollten sich keine Daten befinden (zumindest keine die man aufheben möchte), da diese bei den folgenden Schritten gelöscht werden.

Die USB-Festplatte wird an den Raspberry Pi angeschlossen und sollte als /dev/sda1 erkannt werden, was wir wie folgt prüfen können:

Dabei ist /dev/sda die gesamte Festplatte und /dev/sda1 die erste Partition auf der Festplatte.

 

Dateisystem anlegen

Achtung! Dieser Schritt löscht alle Daten auf der Festplatte unwiderruflich!

Als erstes müssen alle Partitionen von der Festplatte entmountet werden:

 

Das Dateisystem legen wir wie folgt mit fdisk auf der Festplatte neu an:

Mit p können wir uns die aktuellen Partitionen anzeigen lassen:

Um die vorhandene Partition zu löschen drücken wir d und prüfen anschließend den Vorgang mit p:

Anschließend erstellen wir zwei neue Partitionen (für Root und Swap) mit der gewünschten Größe (hier 32Gb und 4Gb) mit n und prüfen anschließend wieder mit p. Die neue Root-Partition muss dabei mindestens so groß sein, wie die alte auf der SD-Karte.

Bis hier wurden noch keine Veränderungen an der Festplatte vorgenommen und wir könnten mit STRG+C noch Abbrechen. Um die Änderungen auf die Platte zu schreiben verwenden wir nun w:

Sobald dies abgeschlossen ist beendet sich fdisk und wir sind wieder normal im Terminal.
Nun fehlt noch das Anlegen der Dateisysteme. Diese erstellen wir wie folgt:

 

Dateien auf die Festplatte kopieren

Die Daten der Root-Partition auf der SD-Karte (/dev/mmcblk0p2) müssen nun auf die neue Root-Partition auf der Festplatte kopiert werden.

Hierfür verwenden wir dd. Der Kopiervorgang kann einige Zeit dauern und dd gibt keine Fortschrittsanzeige aus. Da heißt es also nur Kaffee trinken und abwarten.

Ist der Kopiervorgang abgeschlossen überprüfen wir das Dateisystem noch auf mögliche Fehler und lassen diese gegebenenfalls reparieren:

Anschließend passen wir noch die Größe des kopierten Dateisystems auf die tatsächliche Größe der Partition an:

 

Boot-Einstellungen anpassen

Bis hier wird die Festplatte noch nicht weiter vom System beachtet. Damit beim Booten die Root-Partition der Festplatte anstelle der SD-Karte verwendet wird, müssen wir die Boot-Konfigurationsdatei auf der Boot-Partition der SD-Karte anpassen, wobei wir aber zuerst eine Sicherheitskopie anlegen. In der Datei muss der Eintrag /dev/mmcblk0p2 in /dev/sda1 geändert werden.

Anschließend passen wir noch die Konfiguration des Dateisystems auf die neue Root-Partition an und fügen die neue Swap-Partition hinzu. Dies müssen wir aber auf der neuen Root-Partition auf der Festplatte machen, weshalb wir diese zuerst temporär mounten.

Zum Abschluss sollte das Dateisystem synchronisiert werden, um sicherzustellen, dass alle Änderungen auf die Festplatte geschrieben wurden:

 

Neustart

Es ist an der Zeit für einen Neustart:

Nach dem Neustart sollte der Raspberry Pi das System von der Festplatte laden. Dies können wir mit Hilfe von dmesg und mount überprüfen:

Wie wir sehen, wird sda1 als Root und sda2 als Swap verwendet.

 

Swap anpassen

Raspbian verwendet standardmäßig keine Swap-Partition, sondern eine Swap-Datei auf der Root-Partition.

Da wir nun aber eine eigene Swap-Partition haben, können wir die Datei deaktivieren und das System noch einmal neu starten:

Nach dem Neustart überprüfen wir, dass die Partition als Swap verwendet wird und löschen anschließend die Datei:

 

Automount der Partition 2 der SD-Karte deaktivieren

Bei Raspbian Jessie wird die nicht mehr benötigte zweite Partition der SD-Karte automatisch immer wieder unter /media/pi/xxx gemountet. Da wir diese nicht mehr benötigen können wir einen entsprechenden Eintrag in der Datei /etc/fstab hinzufügen und wieder den Pi neu starten.

Nach dem Neustart wird die Partition nicht mehr automatisch gemountet.

Alternativ wäre es auch möglich die Partition /dev/mmcblk0p2 einfach von der SD-Karte zu löschen, da diese durch unsere Änderungen nicht mehr benötigt wird.