Im Folgenden zeige ich euch, wie man den ownCloud-Client auf dem Raspberry Pi installiert.

Durch den ownCloud-Client kann der RasPi beispielsweise im lokalen Netzwerk alle Daten aus eurer Cloud bereitstellen und sich zentral um die Synchronisierung mit dem Server kümmern und ihr spart euch den Client auf jedem einzelnen Rechner zu installieren.

Der ownCloud-Client auf dem RasPi kann dann „live“ synchronisieren (wie der normale Desktop-Client), oder in einem festen Zeittakt über cron die Synchronisierung mit den Server vornehmen.

 

Installation

Zuerst müssen wir die benötigten Quellen und Pakete herunterladen beziehungsweise installieren.

Anschließend geht es an das Kompilieren des ownCloud-Clients, was einige Zeit dauern kann (ca. 20 Minuten beim RasPi 2B).

Nun ist der ownCloud-Client installiert und kann verwendet werden. Die korrekte Installation können wir mit owncloudcmd -v prüfen.

Sollte dies die Fehlermeldung owncloudcmd: error while loading shared libraries: libowncloudsync.so.0: cannot open shared object file: No such file or directory erzeugen, so hilft der folgende Aufruf:

Alternativ kann man auch den Eintrag export LD_LIBRARY_PATH=/usr/local/lib/arm-linux-gnueabihf in der Datei .bashrc im Home-Verzeichnis hinzufügen.

 

GUI-Client

Der normale grafische Client kann über ein Terminal mittels owncloud gestartet werden.

Möchtet ihr den ownCloud-Client automatisch beim Start des Raspberry Pi mit starten lassen (Autostart), dann fügt ihr einfach in der Datei /etc/xdg/lxsession/LXDE/autostart eine Zeile mit @owncloud hinzu.

 

CMD-Client

Zusätzlich zu dem GUI-Client gibt es noch den CMD-Client owncloudcmd. Über diesen kann die Synchronisation über ein Terminal durchgeführt werden und es wird keine grafische Oberfläche benötigt.

Anders als der GUI-Client führt der CMD-Client nur ein mal die Synchronisation durch und beendet sich anschließend wieder. Für eine regelmäßige Synchronisation müssen wir also zum Beispiel einen CRON-Job verwenden.

Der Aufruf des CMD-Clients ist eigentlich ganz einfach:

Als Optionen können Benutzername und Passwort mit angegeben werden, was jedoch nicht besonders sicher ist. Besser ist es hier die Option -n zu verwenden, wodurch netrc für den Login beim Server verwendet wird. Netrc ist denkbar einfach. Wir erstellen einfach im Home-Verzeichnis eine Datei namens .netrc, welche den Server, Benutzername und Passwort nach folgendem Muster enthält und passen die Dateirechte an:

Hier noch ein Beispiel zur Nutzung des CMD-Clients mit netrc. Das lokale Verzeichnis ist hierbei /var/daten/owncloud. Vom Server wird die WebDAV-URL benötigt.

Mögliche Parameter für den CMD-Client

  • --user [benutzername], -u [benutzername] – Benutzername für den Login beim Server
  • --password [passwort], -p [passwort] – Passwort für den Login beim Server
  • -n – Netrc für den Login beim Server verwenden
  • --non-interactive – Nicht nachfragen, sondern eine nicht interaktive Ausführung erlauben
  • --silent, -s – Unterdrückt gesprächige Logmeldungen
  • --trust – Jedem SSL-Zertifikat vertrauen, auch ungültigen (Sinnvoll bei Verwendung von selbst signierten Zertifikaten)
  • --httpproxy http://[benutzer@passwort:]<server>:<port> – Den angegebenen HTTP-Proxy-Server verwenden
  • --unsyncedfolders [datei] – Eine Datei mit einer Liste von Ordnern, die nicht synchronisiert werden sollen, angeben

Automatische Synchronisation mit dem CMD-Client

Für eine automatische Synchronisation mittels CRON-Job erstellen wir uns zuerst ein kleines Bash-Script unter /home/pi/owncloud-sync.sh mit folgendem Inhalt, wobei das Lokale Verzeichnis und die Serveradresse noch angepasst werden müssen:

Diese Datei machen wir dann ausführbar und fügen einen Eintrag in der crontab hinzu.

Hier als Beispiel wird die Synchronisation jeden Tag nachts um 4 Uhr gestartet.

Das Ergebnis der Synchronisation kann jederzeit in der Log-Datei /var/log/owncloud-sync.log eingesehen werden.